Mutti muss ins Heim

Shownotes

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00:00:01: Meine Mutti muss ins Heim.

00:00:03: Unser schlechtes Gewissen zieht direkt mit ein, so wie sich das anhört.

00:00:07: Dann lass uns darüber unbedingt sprechen denn dazu möchte ich dir ein paar ganz wichtige Dinge mitgeben.

00:00:22: muss ich jetzt direkt mal so zu sagen.

00:00:24: Aber genau deshalb wollen wir ja auch darüber reden, weil fast jede oder jeder kennt irgendwen der an diesem Punkt stand oder kurz irgendwie davor besteht und ja oder steht eben vielleicht auch selber gerade da.

00:00:38: also musste auf jeden Fall mal drüber gesprochen werden.

00:00:40: Ja genau und wir schauen uns das heute mal von beiden Seiten an einmal aus Sicht der Angehörigen die pflegen und bis nichts mehr geht muss man ja schon was sagen und einmal aussicht Menschen, die solche Übergänge quasi jeden Tag begleiten.

00:00:53: Und eins will ich noch mal direkt vorweg schicken und zwar was wir heute nicht machen in dieser Folge ist Urteilen!

00:01:01: Niemand der sich für ein Heim entscheidet ist ein schlechter Sohn oder eine schlechte Tochter, oder eine schlecht Angehörige möchte sich nicht kümmern.

00:01:12: Ist irgendwie nicht hilfsbereit genug?

00:01:14: Oder opfert sich nicht genügend auf.

00:01:16: mit all diesen Klischees und Urteilen können wir direkt hier zum Anfang die streichen wir schon mal direkt alle weg.

00:01:21: Die Folge funktioniert ohne das Ganze

00:01:24: Richtig!

00:01:24: Und ich kenne dich jetzt schon bisschen um die Zuhörenden auch und ich glaube du hast auch mal ein paar Zahlen für uns mitgebracht.

00:01:30: wieder oder

00:01:31: sehr gerne fangen wir doch direkt mal mit einer Zahl an, die bestimmt einige überraschen wird.

00:01:38: Und zwar in Deutschland werden rund sechsunachtzig Prozent aller Pflegebedürftigen zu Hause versorgt.

00:01:44: Das sind also ungefähr vier Komma neun Millionen Menschen.

00:01:51: Sechsunachzig Prozent!

00:01:58: Ich dachte auch, dass die höchste Zahl einfach gepflegt wird.

00:02:04: Professionell gepflegt wird aber die allermeisten Familien, sie stimmen das selber.

00:02:08: Ja und

00:02:08: das muss man ja auch sagen oft ganz viele Jahre lang neben dem eigenen Leben, neben dem eigenen Job den eigenen Kindern.

00:02:18: Das ist eine Wahnsinnsleistung und eine Wahnsinn Herausforderung, die dann so so viele Menschen tragen.

00:02:24: Ich hab da auch eine Geschichte, die mir gar nicht so aus dem Kopf geht.

00:02:26: Ich habe ne Bekannte, nennen wir die einfach mal Sabine.

00:02:29: Die ist so Mitte fünfzig, arbeitet foltert im Büro und ihre Mutter hat Demenz.

00:02:33: Die lebt aber nicht weit weg von ihr Und Sabine fährt jeden Morgen vor der Arbeit hin mittags in der Pause und abends nach Feierabend.

00:02:42: Drei Mal am Tag?

00:02:43: Ja dreimal am Tag.

00:02:44: Und dann ruft Nachts um drei die Polizei an, weil der Mutter im Nachthemd an der Bushaltestelle steht und zur Arbeit wollte.

00:02:50: Hm, ja, Mann!

00:02:52: Ja...

00:02:53: Was Sabine gesagt hat – das ist ein ganz wichtiger Satz – sie wusste in dem Moment dass sie sie nicht mehr schützen kann.

00:02:58: also Sie konnte ihre Mutter nicht mehr Schützen und egal wie sehr sie sich angestrengt hat sie wussten sie muss es einfach in professionelle Hände geben.

00:03:07: Ja, das ist auch der Punkt den ich gerade in meiner Arbeit sehr oft erlebe da ich ja jetzt auch im ambulanten Bereich tätig bin.

00:03:15: Es ist halt selten dieser eine große Knall, der irgendwie passiert Sondern es sind diese vielen kleinen Momente die sich so auseinander rein Der Herd, der mal vergessen wird auszumachen und dann anbleibt Ein Sturz im Badezimmer, die Medikamente, die dann einmal doppelt genommen werden oder eben vergessen werden.

00:03:38: Aber es gibt ja so typische Warnsignale wo Angehörige hellhörig werden sollten.

00:03:42: was denkst du aus pflegefachlicher Sicht?

00:03:44: Was ist das?

00:03:45: Aus pflegerischer Sicht würde ich sagen vor allem Weglauftendenz oder nächtliche Unruhe, die man in der eigenen Häuslichkeit dann entsprechend nicht mehr abfang kann wenn sich Stürze häufen Und vielleicht dann auch entsprechend der Wohnraum nicht mehr angepasst werden kann an die Stürze und die Bedürfnisse, wenn Pflege rund um die Uhr nötig ist.

00:04:11: Weil niemand kann ja rund um Die Uhr vierundzwanzig sieben ständig immer da sein.

00:04:16: Ja ganz wichtig natürlich, wenn die pflegende Person selber krank wird oder total überlastet ist und das Ganze nicht mehr schlafen kann Rückenschmerzen hat und die Situation wie gesagt so nicht mehr tragen kann.

00:04:31: Dann wären das für mich alles Punkte, wo man schauen sollte.

00:04:36: müssen wir vielleicht die Wohnformen und die Situation insgesamt verändern.

00:04:41: Und der letzte Punkt wird halt wirklich oft vergessen weil die pflegende Person an die wird am allerwenigsten oft gedacht Wie können die das stemmen?

00:04:49: Und wie kommen dir auch finanziell über die Runden.

00:04:50: Ich kenne aus dem engen Familienkreis jemandem, der seine Mutter bis zum Tod gepflegt hat und am Schluss aber dann auch noch die letzten Wochen quasi ins Heim gegeben hat.

00:05:00: Es hört sich... Allein wenn ich sage in's Heim gegeben habe, dass macht was mit mir.

00:05:04: Obwohl es nicht schlimm ist, es ist völlig ein Ordnung.

00:05:06: Kennst du dieses Gefühl so?

00:05:08: Wir glaub' ich den Druck von außen einfach bekommen haben.

00:05:10: man gibt seine Eltern oder auch Kinder, wenn Kinder pflegebedürftig sind Man gibt seine Angehörigen nicht weg Doch, man darf die in andere Hände geben.

00:05:20: Absolut das was ich häufig zu meinen Klienten und Klientinnen sage ist dass diese Verpflichtung die man da zum Beispiel spürt als Kind von jemandem der heißt es ja irgendwie immer du musst das machen das hat man irgendwie versprochen und man geht da diesen Deal quasi ein.

00:05:40: Aber diesen Deal den gab es ja nie.

00:05:42: Nur weil sich mal ein Mensch für Kinder entschieden hat, der möchte Kinder haben.

00:05:46: heißt das nicht automatisch für diese Kinder dass sie auch irgendwann pflegen müssen?

00:05:51: Dass nur weil sich jemand mal für Kinder und Familie entschieden hat kann man ja noch nicht weitere Entscheidungen dann irgendwie für diese Personen treffen?

00:06:00: Ich weiß nicht ob das jetzt richtig verständlich war was ich damit sagen wollte Aber ich will damit einfach sagen, dass es einfach okay ist als pflegende Angehörige Nein zu sagen.

00:06:10: Zu sagen mir geht das nicht gut?

00:06:12: Ich schaffe das nicht oder auch ich möchte das einfach nicht jetzt mal unabhängig von irgendwelchen Gründen oder dass man das begründen muss.

00:06:20: Und das zu akzeptieren, ist glaube ich das Beste, weil sonst ist halt niemanden geholfen.

00:06:24: Weder der Mutter noch der Tochter noch irgendwerem.

00:06:27: Weißt du was ich richtig schlimm finde?

00:06:29: und es tut richtig weh?

00:06:30: Wenn die Mamas oder Papas sagen zum Beispiel Ich geh nicht ins Heim nur über meine Leiche.

00:06:36: Ja weiß nicht wie's dir geht aber ich glaub' ich hab diesen Satz wirklich schon sehr regelmäßig gehört von vielen Angehörigen.

00:06:42: ja

00:06:43: Noch viel schlimmer ist so dieser Satz diese emotionale Ich nenn's jetzt liebevolle Abressung, ich mein das aber nicht hart oder so.

00:06:49: Weil die machen das ja nicht mit Absicht!

00:06:51: Die sagen es ja nicht ab.

00:06:51: sich ist eine Notsituation für alle.

00:06:53: Aber dieser Satz du hast mir versprochen dass du mich nie weg gibst.

00:06:58: Ja da sind wir eben wieder bei diesem Thema.

00:06:59: was wir gerade so ein bisschen hatten Dass ich erstens finde dass man Kinder nicht verpflichten kann nur weil man sie irgendwann geboren hat und sich für sie entschieden hat Das die sich wiederum auch um einkümmern.

00:07:11: Und dann hat man ja dieses Versprechen, sage ich jetzt meinen Anführungszeichen.

00:07:16: Ja auch vielleicht vor zwanzig Jahren gegeben als alle noch irgendwie fit und gesund waren und alles noch irgendwie funktioniert hat Und niemand wusste auf was man sich einlässt wenn eine Person an Demenz erkrankt oder Was einen Schlaganfall wirklich bedeutet Vor allem wenn man ja gar keinen Hintergrund pflegerisch medizinisch hat.

00:07:36: Dann kann man natürlich leicht so versprechen geben und weiß aber gar nicht so richtig um die Konsequenzen was das bedeuten kann.

00:07:42: Ja und ich finde da darf man auch ganz klar sagen, ein Versprechen das einen selber kaputt macht muss man nicht halten.

00:07:48: Weil das Versprechen dahinter ist ja eigentlich... Ich sorge dafür dass es dir gut geht und manchmal heißt das auch Heim oder Langzeitpflegeeinrichtung oder betreutes Wohnen oder eben nicht mehr in der Häuslichkeit zu sein.

00:08:00: Ich find' das hast du schön gesagt!

00:08:01: Und trotzdem bleibt das schlechte Gewissen.

00:08:04: Ich kenne eine Pflegefachkraft aus dem Heim, die erzählt immer.

00:08:07: Die ersten zwei Wochen waren oft nicht die Bewohnenden, die neu sind da am meisten sondern die Töchter oder die Söhne auf den Parkplatz vor der Einrichtung.

00:08:18: Ja, das glaube ich sofort.

00:08:19: Ich habe das selber erlebt.

00:08:20: Meine vorige Wohnung war direkt neben einer Langzeitpflegeeinrichtung und man hat ja von außen immer viel beobachten können.

00:08:26: Und es war oft so dass der Möbeltransporter stand und Angehörige haben unter Tränen die Möbel einfach in die Langzeit-Pflegeeinrichtungen getragen.

00:08:34: Ja, ich glaube auch weil das ein bisschen dieses Gefühl des Versagens vielleicht in einen hoch holt oder vielleicht auch der Erleichterung die Pflegefachkraft, von der ich gerade erzählt habe.

00:08:46: Die im Heim arbeitet meinte dann auch weiter dass sich das nach einigen Wochen meist dann die Beziehung wieder bessert zwischen den Menschen weil zum Beispiel die Tochter dann wieder Tochter ist.

00:08:59: und weiß meine Mutter mein Vater in guten Händen hier wird sich professionell gekümmert Und sie ist halt nicht mehr noch die Putzkraft des Taxi Sie macht nicht noch das Medikamentenmanagement Dreihundert Sachen drumherum irgendwie im Kopf haben und das alles in einer Person sein, sondern sie darf das dann auf mehreren Schultern verteilen.

00:09:21: Und vor allem auf professionellen Schultern zu

00:09:22: verteilen.".

00:09:23: Was denkst du?

00:09:24: Wie fühlte man so ein Gespräch mit den Eltern frühzeitig?

00:09:26: auch?

00:09:26: ne?

00:09:27: Hast du Tipps?

00:09:27: Du hast es schon in deiner Frage gesagt.

00:09:29: also als allerersten Tipp würde ich sagen auf jeden Fall.

00:09:32: Früher reden... Also ich spreche zum Beispiel mit meiner Mutter da auch schon seit Jahren drüber weil es macht halt einfach Sinn wenn alle noch gut am Start sind, sich darüber Gedanken zu machen.

00:09:44: Dann hat man auch Zeit, sich über gewisse Gedanken zu tun.

00:09:47: Was kann man sich vorstellen?

00:09:49: Was gar nicht!

00:09:50: Man kann gemeinsam miteinander sprechen, gemeinsam irgendwie Entscheidungen treffen und nicht erst in einer akuten Krise wenn eh alle total belastet sind und gar nicht mehr wissen wo ihnen der Kopf steht.

00:10:02: Früher reden wäre auf jeden Fall ein Tipp.

00:10:05: dann ich Botschaften statt Vorwürfe.

00:10:09: Nicht dieses klassische Du kannst nicht mehr allein bleiben, also gehst du jetzt ins Heim.

00:10:14: Sondern ich mache mir Nachtsorgen und kann nicht mehr

00:10:17: schlafen.".

00:10:18: Und es könnte eine gute Lösung sein wenn du ins Heime gehst wo Menschen sind die auf dich aufpassen.

00:10:24: Das versuche auch immer selber zu beherzigen.

00:10:27: Nicht immer so leicht aber aus der Ich Perspektive zu sprechen ist glaube ich ein wichtiger Punkt genauso wie entscheiden lassen wo's hingeht dass man schaut Welches Heim könntest denn sein?

00:10:39: Welches Zimmer, welche Möbel kommen mit.

00:10:42: Welche Fotos kommen mit?

00:10:44: wo fühle ich mich wohl?

00:10:46: Welche Angebote möchte ich nutzen lassen und nicht das Ganze irgendwie vorsetzen und sagen so Mutti heute geht es ins heim.

00:10:54: Ich habe dir das heim Sonnenstraße ausgesucht.

00:10:57: du kommst da in ein Doppelzimmer Und ab Montags bastelst Du immer.

00:11:01: Sondern dass man das dann schon noch mit dem Menschen zusammen entscheidet wenn das möglich ist Und den Tipp, der glaub ich immer auf alles passt.

00:11:09: Einfach Hilfe von außen holen!

00:11:10: Mit der Hausärztin, Hausart sprechen mit der Pflegeberatung.

00:11:14: also so Menschen wie mir quasi so Community Health Nurses und manchmal hört Mama auf eine Fremde dann auch eher als auf die eigene Tochter da immer noch mal Unterstützungsangebote wahrnehmen sich beraten lassen.

00:11:30: man muss das nicht alleine machen.

00:11:32: Manchmal ist es ja auch so, dass Eltern gar nicht mehr mitentscheiden können.

00:11:36: Weil einfach der Zustand sich rapide verschlechtert oder weil die Demenz so schnell fortschreitet.

00:11:41: Dass man gar nicht klar kommunizieren kann oder dass man gar nichts mehr sagen kann.

00:11:46: ey ich mach mir Sorgen und das Gegenüber versteht das was passiert wenn ich nachts nicht schlafen kann zum Beispiel.

00:11:52: Was is dann?

00:11:53: Ja

00:11:53: da wird's auf jeden Fall rechtlich.

00:11:54: also dann braucht es eine Vorsorgevollmacht oder eben auch gegebenenfalls eine gesetzliche Betreuung.

00:11:59: darum Alle da draußen, die jetzt gerade zuhören, kümmert euch um eine Vorsorgevollmacht.

00:12:06: Solange alles noch funktioniert und man das selber entscheiden kann und darüber selber sprechen kann.

00:12:12: Das erspart einem wirklich sehr viel Chaos und nicht nur einen sondern auch dem Umfeld von einem sehr viel chaos.

00:12:19: Jetzt lass uns mal die Perspektive wechseln!

00:12:21: Und ich glaube wir kennen das beide aus unserem Klinikalltag sehr gut.

00:12:25: Viele Heimeinzüge passieren ja gar nicht geplant, sondern direkt aus dem Krankenhaus.

00:12:30: Ich würde sagen, so der klassische Fall.

00:12:32: Die ältere Dame die stürzt Oberschenkelheitsbruch mit dem Rettungsdienst ins Krankenhaus dort alle Untersuchungen aha ok OP.

00:12:42: und dann heißt es danach So kann sie nicht mehr nach Hause und alleine leben, sich selber versorgen.

00:12:49: Plötzlich sitzt die Familie beim Sozialdienst und hat ein paar Tage Zeit für eine Entscheidung über die andere bestenfalls Monate lang nachdenken können und planen

00:12:59: können.".

00:12:59: Und

00:12:59: das ist richtig Stress für beide Seiten?

00:13:01: Ja!

00:13:01: Ich habe mal mit einer Sozialarbeiterin aus dem Krankenhaus, in dem ich gearbeitet hab gesprochen... ...und die hat gesagt dass sie für viele Familien erstmal die Böse ist.

00:13:08: Die Frau, die Mama ins Heim schickt oder ins Heims schicken will weil sie einfach ihre Arbeit tut und auch Angehörige gut berät.

00:13:17: Die wissen ja genau, wo kann Mama hin oder Papa auch?

00:13:21: Wir nehmen jetzt einfach mal das klassische Beispiel Mutti weil wir ja den Podcast so genannt haben aber die haben das ja so.

00:13:26: Ja aber das ist doch aber auch ihr Job entsprechend zu beraten und es ist ja nicht ihr Job.

00:13:32: ich sag mal sie beraten ja aber es ist nicht ihr job zu entscheiden und jetzt zu sagen Die Mutti kommt jetzt aber ins Heimpunktende aus und da gibt es keine Option mehr.

00:13:41: Ja, das ist ja Entlassmanagement.

00:13:43: Ganz klassisches Entlass-Management.

00:13:45: Wir schauen einfach, was braucht der Mensch nach dem Krankenhaus?

00:13:48: Geht das zu Hause mit dem Pflegedienst?

00:13:50: Gebt vielleicht Kurzzeitpflege.

00:13:51: Ist ja der Übergang für viele in die Kurzzeit pflegezugehen als Zwischenschritt noch stationär.

00:13:56: und ich habe auch tatsächlich schon ältere Menschen erlebt, die aus der Klinik in die Kurzzeitpflegge gegangen sind und sich dort so wohlgefühlt haben dass sie direkt in dem Haus bleiben konnten und dann in die Langzeitpflege übergesiedelt sind sondern nicht jetzt mal Weil die es doch nicht so schlimm fanden.

00:14:12: Ich weiß nicht, könnte man sich auch so ein Heim im Vorfeld mal angucken?

00:14:16: Dass man vielleicht auch mal mit den Eltern dahin geht und sagt du, so sieht das aus oder ich weiß es gar nicht.

00:14:21: Ja auf jeden Fall!

00:14:23: Man kann sich zum Beispiel auch Tagespflegen angucken und da wirklich wie so einen Schnuppertagen machen und sich das ganz mal anschauen.

00:14:30: Ich weiss nur hier bei mir in meiner Region sind da wirklich alle Einrichtungen wahnsinnig offen.

00:14:35: Und ja, dass ist möglich.

00:14:37: Man muss nicht schon pflegebedürftig sein um da sich einen Platz anzuschauen, das kann man auch vorher machen.

00:14:43: Viele haben ja zum Beispiel Cafés mit angeschlossen, Kuchen und Kaffee gibt's dann da ... Und dann kann man sich vorher schon mal einen Eindruck verschaffen und schauen.

00:14:51: Ist einem das Ganze da sympathisch?

00:14:52: Ist da eine gute Atmosphäre?

00:14:54: Wie wirkt es auf ein?

00:14:55: Das geht auf jeden Fall!

00:14:56: Ja klingt gut erstmal auch

00:14:58: ne?!

00:14:58: Also so würde ich mir im besten Falle wirklich auch für mich wünschen... Ich hab' auch alles mit meinen Kindern besprochen wenn ich mal in einen Fall kommen würde bei dem ich nicht mehr alleine zu Hause leben kann.

00:15:07: aber

00:15:08: Ich glaube das Schwerste ist nicht das Gespräch mit den Angehörigen, weil das haben ja auch Sozialdienste zum Beispiel oder auch du gelernt.

00:15:14: Aber was ist denn wenn das Wunschheim keinen Platz mehr hat?

00:15:18: Dann haben wir wieder quasi Versprechungen gegeben oder gesagt okay wir haben uns diese Einrichtung ausgesucht und jetzt ist der Platz nicht mehr da!

00:15:25: Ja Dann muss man noch mal weiterschauen.

00:15:29: Es gibt ja dann meist nicht nur diese eine Lösung und die eine Möglichkeit, auch da können ein Jahr wieder Menschen begleiten wie zum Beispiel ich beruflich, die sowas macht oder eben auch die Sozialdienste von den verschiedenen Trägern und Einrichtungen.

00:15:46: Und sie begleitet mir auch den Einzug und die Kosten und die Anträge usw.. wenn das in dem Wunsch einem nicht klappt.

00:15:54: Ich kann das schon verstehen, dass man da dann eine Präferenz hat gibt es aber ja auch immer noch ne andere Möglichkeit.

00:16:00: bestenfalls hat man die ja auch schon vorab besprochen.

00:16:03: falls Nummer eins nicht funktioniert was ist Plan B?

00:16:06: Ja das ist auch ein richtig wichtiger Tipp von dir.

00:16:09: einfach nochmal an Menschen da draußen Dass man sich nicht darauf fokussiert und sagt ey ich verspreche dir das Wenn du hier nicht mehr leben kannst dann kommst Du dort und dorthin weil Es wird nicht immer funktionieren Aber du bist ja so ein bisschen drin in der Bubble, so nenn ich jetzt mal liebevoll.

00:16:25: Was denkst Du?

00:16:26: Oder was hast Du mitbekommen?

00:16:27: Was wünschen sich denn Sozialdienste oder auch Community Health Nurses von den Angehörigen?

00:16:32: Alles vorwegt eine gute ehrliche Kommunikation transparent wo man wirklich weiß okay Wie ist die Lage, wie ist die Situation zu Hause?

00:16:43: Was kann man wirklich noch?

00:16:45: Wo sind die Grenzen?

00:16:46: Wer wünscht sich was?

00:16:49: und alles auch so.

00:16:50: zum Thema Charme-Verantwortungsgefühl.

00:16:53: Was wir jetzt schon so hatten dass man das bestenfalls ein bisschen streichen kann unter ehrlich und transparent kommuniziert damit man erstmal die Grundlage richtig weiß.

00:17:02: Dann empfehle ich immer immer immer so einen Notfallordner zu haben Die Unterlagen-Griff bereit zu haben, da gibt es auch schöne Vorlagen im Internet wie man so einen Notfallordner gestalten kann.

00:17:14: Wo dann sowas drin ist wie die Vollmacht.

00:17:17: Falls man den Pflegegrad hat dazu die Unterlagen drin sind, da ist der Medikamentenplan drin.

00:17:23: Vielleicht auch ein Testament, ein Organspendeausweis alles was man für wichtige Unterlagen benötigt.

00:17:30: Und das an einem Fleck zu haben spart nicht nur unglaublich viel Zeit, sondern gibt natürlich auch allen Sicherheit.

00:17:36: Weil man dann weiß ich muss was nachgucken oder jemand braucht etwas und ich weiß wo ich da schauen kann.

00:17:42: Wichtig sind immer Infos zur Biografie.

00:17:46: Was mag die Person?

00:17:48: Was beruhigt sie?

00:17:50: Wie hat sie früher gelebt?

00:17:52: Was hilft ihr in gewissen Situationen?

00:17:55: Auch da möglichst transparent ehrlich und offen zu sein... hilft dann natürlich auch, um einen Menschen da schneller auffangen zu können.

00:18:04: Und ja Verständnis!

00:18:05: Dass nicht immer alles sofort perfekt klappt und manche Prozesse auch ein bisschen Zeit brauchen.

00:18:12: Vor allen Dingen wenn es so ein großer Prozess ist wie... ...um wieder bei unserem Sendungstitel zu bleiben, Mutimus ins Heim.

00:18:19: Das ist schließlich ein Riesenschritt und dafür braucht das Verständnis und Zeit

00:18:24: Ja, vor allem Zeit.

00:18:26: Du hast jetzt auch ganz viele Tipps gegeben die man als Angehörige oder vielleicht auch man selber schon für sich vorbereiten kann dass einfach wichtige Sachen aufgeschrieben sind und die Unterlagen da sind.

00:18:36: aber was ist denn auf der anderen Seite?

00:18:38: Was sollten ich sage es mal Profis in Anführungsstriche was sollten sie nicht vergessen?

00:18:42: du meinst bei so einem Aufnahmegespräch

00:18:43: ja genau

00:18:44: dann würde ich sagen wir sollten als Profis niemals vergessen das das für uns ist das vielleicht das hundertste Aufnahmegespräch was wir insgesamt schon führen für die Familie oder die Menschen, die an und zu gehörigen, die da gerade vor uns sind.

00:18:59: Ist das vielleicht eines der schwersten Gespräche in diesem Jahr was sie führen?

00:19:04: Und die Menschen da richtig abzuholen, empathisch zu sein und zu sagen, Sie haben alles richtig gemacht!

00:19:12: Das ist eine gute Entscheidung.

00:19:14: Wir sind an Ihrer Seite Da wie so ein bisschen, ich sag mal verbal zu umarmen.

00:19:20: Das bedeutet, glaube ich den An- und Zugehörigen immer noch mal unglaublich viel.

00:19:25: Ja das unterschreibe ich sofort.

00:19:26: Das haben wir ja auch in unserer täglichen Arbeit außerhalb dieses Themas jetzt auch immer wieder einfach zu sagen hey es ist gut und die leisten ja wirklich viel Teilweise noch zu einem Vollzeitjob.

00:19:36: Ja, es ist wirklich unfassbar was pflegende Angehörige da leisten.

00:19:40: wir sollten nochmal kurz über Geld reden weil auch das ist ein Thema was Familien wirklich nach zwach hält.

00:19:45: ja zurecht laut Verband der Ersatzkassenzahlen Pflegeheim bewohnene seit Juli Im ersten Jahr, was sie dann im Pflegeheim sind.

00:19:57: Im Schnitt drei tausend dreihundert vierundsechzig Euro im Monat aus eigener Tasche.

00:20:03: Boah

00:20:04: pro Monat!

00:20:04: Das ist ja manchmal das Doppelte von einer Rente.

00:20:07: Ja

00:20:07: und da schwankt halt auch stark nach Bundesland.

00:20:10: In Sachsen-Nacher-Anhalt sind es rund zweitausend achthundertneunzig Euro und in Bremen sind es aber wiederum dreitausendsiemhundertsechszig Euro.

00:20:20: Auch das ist verrückt, dass nicht nur Gehälter von professionell Pflegenden oder beruflich-pflegenden sondern auch die Heimgebühren ganz krass schwanken.

00:20:27: Aber hast du irgendwie noch so eine kleine gute Nachricht für mich dabei?

00:20:31: Naja also Menschen, die sich diese Kosten nicht erlauben können was ja die allerwenigsten können weil sie ja so ne Rente haben da gibt es natürlich dann Möglichkeiten, dass da Bezuschuss wird und... man da Unterstützung bekommt und dieser Anteil steigt dann auch mit der Zeit.

00:20:50: Und wenn's Geld nicht reicht, gibt es ja Möglichkeiten?

00:20:53: Ja

00:20:53: genau!

00:20:53: Dieses Hilfe zur Pflege was ich gerade meinte was man dann beantragen kann und da auch nochmal ganz wichtiger Tipp von mir so etwas wirklich früh beantragend Das Sozialamt zahlt erst ab dem Monat, in dem der Antrag gestellt wurde und nicht rückwirkend oder so.

00:21:10: Wenn man jetzt zwei Jahre im Heim ist und merkt, man verschuldet sich und das Ganze funktioniert nicht... sollte man dann wirklich sofort machen.

00:21:19: Wenn man da aber Hilfe bekommt durch Sozialarbeiterinnen, Leute wie mich, Pflegeberatung und so, dann wird man eigentlich darauf auch direkt hingewiesen.

00:21:29: Da dann wiederum auch der Tipp holt euch Profis an die Seite, die genau sowas sich mit anschauen können und schauen können welche Anträge können wo gestellt werden damit das irgendwie leistbar ist ein Heimplatz.

00:21:41: Ich glaube auch, dass viele pflegende Angehörige die Eltern nicht gerne abgeben weil sie Angst vor diesen Kosten haben.

00:21:47: Ich glaube das viele auch nicht wissen wo sie sich Hilfe holen können.

00:21:51: aber ich glaube... dass wir darüber heute nicht reden werden, weil sich das ja ständig ändert.

00:21:55: Wenn wir den Podcast aufnehmen können, kann es in sechs Monaten schon wieder ganz anders aussehen?

00:21:59: Ja,

00:22:00: das stimmt!

00:22:00: Aber

00:22:00: ich weiß, dass du noch ein paar Anlaufstellen hast die jeder kennen sollte.

00:22:04: Nicht nur angehörige oder pflegende Angehörige sondern auch wir aus unserer Berufsgruppe, weil wir ja auch beratend einfach zur Seite stehen bis sie dann wirklich zum Sozialdienst gehen oder irgendwo anders hin.

00:22:16: Da gibt's definitiv viele Anlaufstellen Und da muss ich ganz ehrlich sagen, dass mir das bevor ich jetzt in den ambulanten Bereich gewechselt bin auch überhaupt nicht bewusst war wie viel Angebot es überall gibt.

00:22:28: Es gibt Pflegestützpunkte vor Ort die alle kostenlos einberaten und unabhängig sind.

00:22:36: Es gibts Seniorenbüros indem man sich beraten lassen kann auch ebenfalls kostenlos und unobhängig genauso wie die Pflegeberatung der Pflegekassen.

00:22:47: Da hat man sogar ein Anspruch, wenn man den Pflegegrad hat.

00:22:51: Dass man diese Beratung bekommt wo man nachfragen kann.

00:22:56: dann gibt es Menschen wie mich die in einem Modellprojekt tätig sind und auch Beratungen machen und im meinem Fall natürlich auch kostenlos unabhängig Und noch in der eigenen Häuslichkeit weil nicht alle können ja irgendwo hinkommen.

00:23:11: Und wenn man in die Kurzzeitpflege zum Beispiel kommt, du hattest ja vorhin erzählt mit so einem Akutenfall.

00:23:17: Jemand hat einen Oberschenke-Heizbruch und ist dann erst mal im Sozialdienst im Krankenhaus angebunden, kommt dann in die Kurzeitpflege als Zwischenschritt auch da kann man natürlich als Anlaufstelle Hilfe und Beratung

00:23:31: bekommen.".

00:23:31: Das war eigentlich eine Überschrift, die man so nicht erwartet hätte, wenn wir das Gespräch so geführt haben?

00:23:37: Ich finde, es war viel dabei.

00:23:39: Und gerade auch für beruflich professionell Pflegende ist so ein Podcast unfassbar wichtig, weil's um Verständnis geht!

00:23:45: Es geht um Verstandnis für beide Seiten oder für alle Seiten – es geht um das Miteinander, um das Mitarbeiten an Prozessen.

00:23:52: wie immer irgendwie.

00:23:54: und wenn du einen Satz mitgeben könntest... für Menschen, die gerade vor dieser Entscheidung stehen.

00:23:59: Welcher wäre das?

00:24:00: Ich möchte gerne zwei Sätze sagen.

00:24:03: Der eine, dass wir aufhören, das Heim als so was Negatives zu konnektieren und so zu tun, als ob das jetzt der Knast ist in denen man gesteckt wird und indem man da irgendwie nicht mehr rauskommt, dass wieder anfangen umzudenken und dass ein Heim auch kein Ende der Liebe bedeutet sondern... eher der Anfang, dass wieder Zeit füreinander da ist für die eigene Beziehung und man zusammen einen Kaffee trinken kann, Fotos angucken kann.

00:24:34: Zeit genießen kann und nicht mehr pflegerische organisatorische hauswirtschaftliche Sachen im Vordergrund stehen und das die Beziehungen belastet sondern, dass so ein Heim auch einen Anfang nochmal eine Neustart für eine Beziehungssein kann.

00:24:49: Das hast du schön gesagt, dass ein Heim kein Ende der Liebe ist.

00:24:53: Das ist ein schöner Satz.

00:24:54: den kann man sich auch auftreiben eigentlich und irgendwo hinhängen.

00:24:57: Kapidieren!

00:24:59: Viele Dinge sind keine Ende der liebe ja aber viele Dinge sind keinen Ende der Lieben nur weil man sich dafür entscheidet oder dagegen gegen irgendwas entscheidet.

00:25:08: Und ich habe mal was Gutes gehört und das ist vielleicht auch für pflegende Angehörige ganz gut Ein Nein zu jemanden anders ist ein Ja zu dir selbst.

00:25:16: Und ich finde auch das in dem Zusammenhang unfassbar wichtig, dass man an sich auch denkt.

00:25:21: Absolut!

00:25:22: Natürlich denken wir an unsere Eltern und unsere Kinder und unsere Angehörigen aber... Ich habe noch einen Satz den ich an die Professionellpflegenden oder an die Sozialdienste geben kann oder die Beratenden.

00:25:32: ihr macht einen richtig tollen Job weil ihr begleitet Familien durch einen der schwersten Momente des Lebens Und dafür möchte ich einfach mal Danke sagen.

00:25:40: Pflegekräfte sind sowieso die coolsten!

00:25:42: Aber wenn du natürlich schonmal jetzt an die Profis dein Wort richtest, dann natürlich auch nochmal an alle zu und Angehörigen.

00:25:50: ihr seid genau so echt krass... Ich musste ganz kurz überlegen wie's formuliere aber einfach echt krasser.

00:25:57: und ja an euch da draußen habt ihr so eine Situation auch schon erlebt?

00:26:01: So als Angehöhrige oder im Job?

00:26:05: Dann schreibt uns das gerne mal.

00:26:07: Wir lesen das nämlich gerne.

00:26:08: Ja, wir lesen es immer gerne.

00:26:10: und natürlich alle Themen rund um die Langzeitpflege, um demenziell veränderte Menschen, um ganz viele Themen, die wir heute auch nicht besprochen haben.

00:26:20: Angehörigenarbeit www.pflegekampus.de.

00:26:23: Da habt ihr ganz viele Kurse in der Kursbibliothek, die euch auf den beruflichen Weg weiterbringen und weiter bilden.

00:26:30: Dann nochmal ein kleiner Hinweis.

00:26:31: Guckt da auch gerne mal rein!

00:26:33: Und da habt ihr auch noch andere Podcasts vom Pflegecampus zum Beispiel?

00:26:36: Das war Heißer Kaffee.

00:26:38: Ich bin Maressa

00:26:39: und ich bin Jean.

00:26:40: Passt auf euch auf, bis zum nächsten Mal!

00:26:42: Ciao!

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